hochsensibilität

Eine Frage der Wahrnehmungsfilter im Gehirn


 

Sei doch nicht so ein Angsthase!“ oder „Du bist aber eine Mimose!“ oder „Sei doch nicht immer so empfindlich oder schreckhaft!“

 

 

Kommen Ihnen diese Sprüche vielleicht auch bekannt vor? Haben Sie auch das Gefühl, dass Sie einfach anders, nicht richtig, nicht in diese Welt passt oder vielleicht sogar verrückt sind? Dann gehören Sie vielleicht zu den Menschen, denen das Leben irgendwie mehr zu tun gibt als die Mehrzahl in ihrer Umgebung. Wenn Sie zu dieser Gruppe von Menschen gehören, können Sie jetzt aufatmen, denn Sie haben einfach nur feinere Sensoren und Antennen. Diese hohe Sensibilität ist eine Gabe, die meist eine besondere Unterstützung zur effektiven Umsetzung benötigt.

Das Wort "sensibel" kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet nichts anderes als "der Empfindung fähig". Jeder Mensch kommt "der Empfindung fähig" zur Welt und ist also naturgemäß ein "sensibles" Wesen - sofern ausgeschlossen werden kann, dass eine erhöhte Empfindlichkeit nicht von körperlichen Ursachen (Gehirn- oder Nervenkrankheit, falsche Ernährung, zu wenig Schlaf, ständige Überforderung) oder von unverarbeiteten Erlebnissen (als Trauma, das sich zu einer Neurose ausgebildet hat) ausgeschlossen werden kann. Wie stark diese Empfindungsfähigkeit ausgeprägt ist, hängt unter anderem von der Art ab, wie wir die Welt wahrnehmen und wie die Wahrnehmungsfilter im Gehirn beschaffen sind.  


Es gibt Menschen, die intensiver, detaillierter und feiner wahrnehmen als der Populationsdurchschnitt. Sie nehmen mehr Reize wahr, als sie verarbeiten können. Aufgrund dieser physiologischen Disposition ihres Nervensystems haben sie eine erhöhte Empfänglichkeit für Reize, was leichter zu "Überstimulation" (schlicht: Reizüberflutung) führt. Diese Menschen nenne Elaine N. Aron High Sensitive Persons (HSP).  Die deutschen Übersetzungen verwenden den Begriff Hochsensibilität ohne weitere Differenzierung.  Ich möchte jedoch eine Unterscheidung zwischen Hochsensibilität und Hochsensitivität vornehmen und folgender Definition von Anne Heintze folgen. 

Hochsensibilität ist eine besonders ausgeprägte Begabung zu einer feinen, intensiven und empfindlichen Wahrnehmung von äußeren Reizen mit allen fünf körperlichen Sinnen. Zu den äußeren Reizen zählen Lärm, Begegnungen, Erlebnisse, Geräusche, Gerüche, Anforderungen, Situationen, usw. 

 

Bei der Hochsensitivität bezieht sich die Wahrnehmung auf innere Reize, wie z.B. Stimmungen, Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Ahnungen, Schmerzen, Hunger, persönliche Interpretationen von Situationen, usw.

 

Sowohl die Hochsensibilität wie auch die Hochsensitivität sind so wie die Introversion oder Extroversion Persönlichkeitsmerkmale, die in den allermeisten Fällen angeboren sind.

 

Es gibt unterschiedliche Zahlen, wie viele Menschen aufgrund ihrer neurobiologischen Ausstattung von Hochsensibilität und/oder Hochsensitivität betroffen sind. Sie reichen von 5 bis 20 %.

 

Eine Metapher

Eine gute Metapher findet sich auf der Seite von Marianne Schauwecker (www.hochsensibilitaet.ch):

 

Wenn Sie einen Stein auf die Erde werfen, so wird nicht viel passieren. Der Reiz als Stein dargestellt, wird zwar wahrgenommen, als wichtig oder unwichtig eingestuft, wird aber kaum eine Erschütterung hervorrufen und kaum eine Spur hinterlassen. Der Stein wird die Wahrnehmung weder trüben noch verändern und das menschliche System weder in Aufruhr versetzen noch überwältigen. Dieses Bild kann man mit einer "normalen Sensibilität" vergleichen.

 

Wenn Sie nun einen Stein ins Wasser werfen, so wird das Wasser sofort in Bewegung gesetzt und endlose Wellen entstehen. Der Stein sinkt tief bis zum Grund, wühlt diesen auf und trübt das Wasser. Mangelnde Wahrnehmungsfilter und Schutzmöglichkeiten erschüttern das ganze System, hinterlassen eine grosse Wirkung mit Konsequenzen (endlose Wellen) und schaffen Aufruhr und Trübungen. Der "Stein des Anstosses" (Reiz, Einfluss) ist in der Lage, "tief einzudringen" und die Grundfesten der Persönlichkeit zu erreichen.

 

Reizüberflutung

 

glich sind wir unzähligen und verschiedenartigsten Reizen ausgesetzt, die unser Nervensystem fordern und stimulieren. Jeder Mensch kann nervlich überstimuliert werden. Doch bei HSP tritt die Überstimulierung viel früher ein. HSP spüren Feinheiten, unterschwellige Reize, Konsequenzen und gehen den Dingen häufig gewissenhaft auf den Grund. Ihre Wahrnehmung ist weniger in der Lage, Unwichtiges von Wichtigem zu unterscheiden und herauszufiltern. Deshalb nehmen Hochsensible viel mehr Reize auf und haben zudem die Tendenz, diese zusätzlich tiefer zu verarbeiten. Kein Wunder, dass sie sich schneller überwältigt und überreizt fühlen, ein Zustand, der von Unbehagen bis zu schweren physischen und/oder psychischen Symptomen führen kann.
  

Die heutige Zeit verstärkt die Reizüberflutung noch und scheint oft geradezu als Instrument eingesetzt zu werden. So ist die Flut der Bilder und die rasende Geschwindigkeit deren Abfolge im TV kaum noch zu bewältigen, begleitet von ständig wechselnden Geräuschen und Musikfetzen. In Einkaufszentren ist die Reizüberflutung ebenfalls schon "Programm".  
  
Einerseits brauchen wir Reize, um wach, gesund und aktiv zu bleiben. Andererseits kann ein zu großes Maß an Reizen Überstimulation, Überbelastung und Stress auslösen.
 Ein Gleichgewicht wäre optimal.

 

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Buch-Rezension "Die Berufung für Hochsensible" von Luca Rohleder

 

Der Begriff HOCHSENSIBILITÄT wurde erst in den 1990er Jahren geprägt und ist daher noch sehr jung. Für den Autor ist Hochsensibilität kein wissenschaftlich anerkanntes Persönlichkeitsmerkmal und daher erhebt das Buch auch keinen wissenschaftlichen Anspruch. Der Autor bezeichnet sich selbst als hochsensibel, ist seit zwanzig Jahren als Berater tätig und möchte auch spirituelle Aspekte in das Thema miteinbeziehen, weil genau diese offensichtlich eine große Rolle bei Hochsensiblen spielt. Es gibt einen ganz bestimmten Grund, warum Menschen als Hochsensible geboren werden. Ganz nach Marin Luther: „Jeder äußere Beruf eines Menschen beruht auf einer inneren Berufung.“

Hochsensible Menschen spüren meist, dass in ihnen etwas schlummert und sie über viele Talente verfügen und gleichzeitig befürchten sie, mit den neuen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht Schritt halten zu können. Meist suchen sie schon sehr lange nach dem richtigen Platz in der Berufswelt. Dieses Buch hilft dabei, herauszufinden, ob man selbst hochsensibel ist und die Berufung zu finden.

Der Autor hat dafür ein psychologisches Modell entwickelt, in dem er davon ausgeht, dass das Ego einer hochsensiblen Person aus dem NEUGEBORENEN, dem HÖHEREN und dem ERWACHSENEN ICH besteht, das im ersten Kapitel beschrieben wird.

 

Das erste ICH nennt der Autor das NEUGEBORENE-ICH (NI), das sich noch in der Lebensphase vor, während und kurz nach der Geburt befindet und die grundsätzliche Bedürfnisse eines Babys speichert. Diese Wesen brauchen lediglich Schutz, Wärme, Nahrung und jemanden, der sich liebevoll um sie kümmert. Grundsätzlich manifestiert sich das NI körperlich bei jeder HSP auf eine andere Weise. Das Vorhandensein eines NI stellt eine besondere Herausforderung dar, da dadurch in der Regel körperliche und emotionale Empfindlichkeiten, zahlreichere Konflikte mit der Realität oder so manches Lebensdrama entstehen. Ausschließlich die Tatsache, anstelle eines gewöhnlichen INNEREN KINDES ein überempfindliches NEUGEBORENEN-ICH in sich zu tragen, ist die elementare Voraussetzung für ein alles entscheidendes Wesensmerkmal entstehen zu lassen, das Sie zu einem ganz besonderen Menschen macht. Die Auswirkungen dieses charakterlichen Extrems der Überempfindlichkeit werden der alles entscheidende Faktor für Ihre Berufung sein. Sie sind noch eng mit dem großen Ganzen (der unsichtbaren Welt) verbunden und haben praktisch einen direkten Draht zu einer HÖHEREN Informationsquelle. Der zweite Teil Ihres Egos besteht aus dem HÖHEREN-ICH (HI), das einem ÜBERSINNLICHEN Persönlichkeitsanteil entspricht und demnach tragen Sie einen spirituellen Aspekt als dominantes Persönlichkeitsmerkmal in sich. Weil noch alle Urinstinkte vollständig erhalten geblieben sind, ist es die unsichtbare Welt, die Ihnen über Ihr HI Schutz und Lebensführung zukommen lassen könnte. HSP können ihr Leben meistern, ohne darüber nachzudenken. Immer dann, wenn Sie ohne Fremdbeeinflussung und ohne viel Nachdenken Entscheidungen treffen oder einfach nur handeln, werden die Auswirkungen in Ihrem Sinne sein. Der dritte Teil Ihrer Persönlichkeit entspricht praktisch Ihrem Intellekt oder Ihrem Verstand. Das ERWACHSENE ICH (EI) besteht aus den Prinzipien Erkennen, Verarbeiten und Handeln. Wenn Menschen von Ihrem ICH sprechen, meinen Sie in der Regel dieses EI.

 

Ihr EI ist der Teil Ihres Wesens, der gerade dieses Buch in Händen hält und die einzelnen Buchstaben zu aussagekräftigen Informationen umwandelt. Gleichzeitig können Sie währenddessen ein Gespür für Ihre beiden anderen ICH´s entwickeln. Das NI wird in Ihnen Gefühle aufsteigen lassen und Ihr HI wird Ihnen zugleich Aha-Effekte im Sinn von echtem Wissen (Ahnung oder Gespür) liefern. Damit sehen Sie, dass in Ihrem Kopf allerhand ankommt. Ängste, die üblicherweise nur Babys haben, müssen harmonisiert werden mit einem HÖHEREN WISSEN, das nur geistige Führer besitzen. Jede Sekunde prasseln Nervenreize auf Sie ein und dazu kommen die unzähligen Eindrücke Ihrer körperlichen Sinne. Das passiert im Prinzip im Kopf eines jeden Menschen. Was Sie jedoch von normalsensiblen Menschen unterscheidet, ist die bedeutend höherer Menge eingehender Informationen. Sie haben nicht nur ein extremes NI und ausgeprägtes HI, die Sie mit mehr Nervenreizen bombardieren, sondern zusätzlich noch mindestens ein überempfindliches Sinnesorgan. Sie müssen auch permanent die Gefühle und Stimmungen von anderen Menschen mitverarbeiten. Sie bekommen aufgrund Ihres speziellen HI alles aufgedrängt, ob Sie wollen oder nicht. Sie sind aufgrund Ihrer Intuition förmlich gezwungen, auch die dreckige Wäsche Ihrer Mitmenschen zu waschen. In der Summe arbeitet Ihr Gehirn praktisch ständig an seiner Kapazitätsgrenze. Das Innere Ihres Kopfes ist praktisch ERLEUCHTET. Wenn Ihr Gehirn kurz vor dem Over-Flow steht, müssen Sie die Reizüberflutung umgehend stoppen.

 

Alles in allem haben Sie das Denkvermögen Ihres Gehirns auf ein Spitzenniveau gebracht. Die größte Gefahr besteht allerdings für Sie, sich zu sehr auf Ihre extremen geistigen Stärken zu konzentrieren. Ihre intellektuellen Fähigkeiten brauchen Sie nicht mehr zu fördern, denn diese sind schon auf ihrem Höhepunkt. Vielmehr wäre das NI, also die Gefühlswelt, zu stimulieren. Die Konfrontation mit vielen Menschen und die daraus entstehende Erhöhung der Resilienz (seelische Widerstandskraft) wären passende Rezepte. Da dies meist sehr beschwerlich für HSP ist und infolgedessen tunlichst vermieden wird, verkümmert oft das NI. Ohne NI kann auch kein HI wirken. Übrig bleibt der Verstand, was zu einer Überbetonung des EI führt.

 

Im zweiten Kapitel geht es um die Frage „Was schlummert in mir“? In erster Linie brauchen Sie SELBSTBEWUSSTSEIN, sie sollten sich über sich SELBST BEWUSST werden, um nicht in eine Opferrolle zu fallen oder ihre großartigen Talente und Stärken mit Drogen oder Medikamente zu betäuben oder sich in Tagträumen zu verlieren. Der Autor beschreibt an dieser Stelle einige Wesensmerkmale von HSP und fasst am Ende des Kapitels zusammen:

  • Sie verfügen über Wissen, das andere nicht haben.

  • Sie möchten unabhängig sein.

  • Sie sind Schöpfer von Neuem.

 

Das dritte Kapitel widmet sich der Frage „Was muss ich loslassen?“ Erst wenn Ihr NI zufrieden ist, kann Ihr HI wirken. Jede Form von Entzündung ist ein Zeichen von zu viel Energie im Körper, die letztendlich durch Gedankenprozesse initiiert wird. Dies führt umgangssprachlich zu Vergeistigung. Falls Sie also schon unter Haut-, Gelenk- oder Darmentzündungen leiden, ist es höchste Zeit, das Thema LOSLASSEN anzugehen. Falls diese Symptome einer energetischen Überbelastung schon am Kopf selbst auftreten (z.B. Migräne, Augenentzündungen, Tinnitus, Nasenneben- bzw. Stirnhöhlenentzündungen), dann bedeutet das tatsächlich schon „Alarmstufe Rot“. LOSLASSEN bedeutet demzufolge nichts anderes, als unnötige Gedankenprozesse in Ihrem Gehirn zu minimieren, also Ihr EI (Ihren Verstand) zu schonen bzw. Zur Ruhe kommen zu lassen. Eine andere Beschreibung für den Vorgang des LOLSASSENS ist die ERDUNG. Sie können sich das ERDEN so vorstellen, dass Sie eine direkte Verbindung zur sichtbaren Welt (Realität) herstellen, über die überschüssige Spannung abfließen kann. Dies erfolgt allerdings nicht durch Gedanken, sondern vor allem durch Emotionen. Wenn Sie ein Gefühl für Ihre Umwelt haben, ERLEBEN Sie die sichtbare Welt und sind geerdet. Da Ihr NI für die Gefühlswelt zuständig ist, ist es auch für Ihre ERDUNG zuständig. Erst wenn Sie LOSLGELASSEN haben, werden Sie Ihre großartige SCHÖPFUNGSKRAFT in Händen halten können. Sie müssen zunächst Ihr NI erlösen, das bedeutet, Sie haben Ihre Ängste langsam, aber sicher aufzulösen. Um Ihrer Berufung näher zu kommen, müssen Sie im Vorfeld für ein hohes Maß an Sicherheit und Angstfreiheit sorgen. Ihr NI muss zur Ruhe kommen und Ihnen positive Gefühle bescheren, damit in der Folge Ihre Intuition erwachen kann. Dabei werden folgende Punkte die Hauptrolle spielen: Schlaf und Nahrung, Außenreize, gesellschaftliche Normen, Wohlstand, Einkommen, Selbstbezogenheit, Selbstdarstellung und Belastungen (schützen Sie Ihren Geist vor Dauerbelastungen, wie permanente Zukunftsängste, zu viele Pflichten, Dauergrübeln, Harmoniestreben oder fehlende Abgrenzung).

Im vierten Kapitel beschäftigt sich der Autor mit der Frage „Wann habe ich Arbeitsspaß?

 

Jetzt geht es nicht mehr darum, Voraussetzungen zu schaffen, nur um inneren Frieden zu finden, sondern das Ganze auch mit mehr Lebensfreude zu ergänzen. Als Fazit nennt der Autor folgende Kriterien für Ihre berufliche Tätigkeit, wodurch Sie Arbeitsspaß erleben: 

  • Sie fühlen sich wohl, wenn Sie anderen Menschen das Leben verbessern oder verschönern.

  • Sie möchten etwas Eigenes entwickeln, auf das Sie stolz sein können, um das Streben nach Beachtung durch das Gefühl der Selbstachtung zu ersetzen.

  • Sie wollen mit Ihrer Arbeit zahlreiche unterschiedliche Menschen ansprechen, um täglich neue emotionale Reaktionen zu erleben.

  • Sie streben danach, Menschen zu verstehen, warum sie das eine als eine Verschönerung oder Verbesserung ihres Lebens ansehen und das andere nicht.

 

Ihre Berufung gesteht nicht in einem bestimmten Berufsbild, sondern in der Art und Weise, wie Sie tätig werden wollen.

 

Das fünfte Kapitel stellt die Frage „Wie finde ich die Berufung?

 

Der Autor ist zu der Überzeugung gelangt, dass Sie neben Ihrer Berufung noch ein zusätzliches, übergeordnetes Lebensthema zu meistern haben und es bei Ihnen letztendlich darum geht, Urvertrauen aufzubauen. Sei beginnen Ihr Dasein allerdings genau am anderen Ende der Skala für Selbstsicherheit – mit Urängsten. Damit sind Sie mehr als alle anderen Menschen von Ihrem finalen Lebensziel entfernt. Sie haben also wieder etwas zu ENTWICKELN. Sie werden wahrscheinlich den Großteil Ihres Lebens brauchen, um alle Urängste abschütteln zu können. Manche HSP empfinden diesen Prozess der Reifung und Veränderung als recht beschwerlich und berichten von schweren Krankheiten, Dramen, Umbrüchen oder sonstigen Schicksalsschlägen. Insbesondere ältere HSP erkannten im Nachhinein, dass bestimmte Dramen geradezu notwendig für die Persönlichkeitsentwicklung waren und einen höheren Sinn dahinter zu erkannten. Das Prinzip „Wenn sich eine Tür schließt (Leid), öffnet sich eine andere Tür (Lösung)“ scheint ein fester Bestandteil von hochsensiblen Lebensläufen zu sein. Demnach wäre Leid also nichts anderes als ein Therapiekonzept der UNSICHTBAREN WELT, um mehr Urvertrauen (der unerschütterliche Glaube an sich selbst) zu erzielen.

 

Der Autor teilt die HÖHERE Therapie zur Erlangung von Urvertrauen in fünf Stadien ein. In der vergeistigten Phase starten alle HSP ihr Erwachsenenleben. Ihr NI ist praktisch noch Ihr unerlöstes Trauma, Ihr HI ist noch nicht vollständig aktiv und es kommt zur Überbetonung Ihres EI. Sie denken noch, dass Ihr Verstand das Maß der Dinge ist. In der überlasteten Phase verbrauchen Sie Ihre Lebensenergie hauptsächlich damit, den aktuellen Stand halten zu wollen und Ihr Leben zu kontrollieren. Sie erreichen den Höhepunkt Ihrer Überempfindlichkeit. Bewegung und Schwitzen gehören zu den klassischen ERDUNGSmethoden, die einfach und rasch funktionieren. Zusätzlich würden Sie Ihre Stresshormone abbauen, mit denen Sie Ihren Körper in einer überlastenden Phase täglich überschwemmen. Zusätzlich sollten Sie versuchen, regelmäßig so viele Außenreize wie möglich auszuschalten. Das Kapitel LOSLASSEN bleibt Ihnen nicht erspart. Die lebensverneinende Phase gehört nur zu einigen Hochsensiblen. In dieser Phase ist die Lebenslust abhandengekommen und das Gefühl der Lebensmüdigkeit taucht auf. Das Gefühlsleben verkümmerte, weil Sie auf Ihrem NI herumgetrampelt sind. Statt die Gegenwart mithilfe ihrer Gefühlswelt zu erleben, hadern sie ausschließlich mit Vergangenem oder Zukünftigen und nehmen Gefühle im Jetzt nur noch intellektuell wahr. Solche HSP besitzen kein schutzgebendes HI mehr und allein das EI bleibt übrig. Pech, Verbitterung bis hin zur völligen Orientierungslosigkeit sind die Folge. Es besteht aus HÖHERER Sicht keine Hoffnung mehr, dass irgendwann einmal Urvertrauen erlangt werden könnte. Offensichtlich hat die Welt einen Grad der seelischen Verrohung erreicht, sodass es vielen HSP nahezu unmöglich erscheint, ihr Schicksal positiv zu erleben. In der erwachenden Phase werden Sie von der Hypnose erwachen, Wünsche erfüllen zu wollen, die Sie nicht haben. Sie werden einige gesellschaftliche Normen brechen und beginnen, Ihr hochsensibles Wesen zu mögen. Sie beginnen nicht nur sich, sondern vor allem andere besser zu VERSTEHEN    („meine Mutter oder mein Vater konnte nicht anders, weil sie/er selbst hochsensibel waren.“). In diesem Stadium machen Sie großartige ENTWICKLUNGssprünge und Ihre innere Ruhe und Sorgenfreiheit wird nun größer und größer. Sie spüren in der Veränderung Ihrer Umwelt, dass Ihr HI nun seine Arbeit aufgenommen hat. Jetzt beginnen Sie endlich, Ihr Leben im Schlaf zu regeln. Ihr EI hat nur eine einzige Aufgabe, nämlich das umzusetzen, was Ihnen morgens nach dem Aufwachen eingefallen ist. In der erwachenden Phase geht es ausschließlich um das AUFWACHEN. Nehmen Sie dies ruhig wörtlich. Statt zu grübeln, warten Sie einfach auf den nächsten Morgen. Sie werden eine wohltuende innere Hingabe an Ihr Schicksal und vor allem an Ihre Zukunft bemerken. Demut, Einsicht und Gefühle fallen Ihnen jetzt besonders leicht. Das Leben wird schöner und schöner. Jetzt stoßen Sie auf Ihrer Berufung, indem Ihre Berufung Sie sucht. Wenn die Zeit reif ist, wird diese spirituelle Erfahrung, wie sich plötzlich die unterschiedlichsten Mosaiksteinchen zu einem klar erkennbaren beruflichen Weg zusammenfügen, ein einschneidendes Erlebnis für Sie sein. Bis dahin müssen Sie nur eines tun. Sie haben sich eine gewisse Achtsamkeit gegenüber Ihrer Umwelt anzutrainieren und aufmerksamer werden. Lernen Sie den Merksatz auswendig: „Ich möchte etwas Eigenes entwickeln, das das Leben von Menschen verbessert oder verschönert.“ Seien Sie ab jetzt offen für neue Bekannte und hören Sie aktiv zu. Seien Sie wachsam, wer Ihnen über den Weg läuft. Kümmern Sie sich um die Bedürfnisse anderer, wird sich IMMER ein Rücklauf in materieller (ERDIGER) Form ergeben. Der existenzabsichernde Aspekt ist praktisch Ihr hochsensibles Controllinginstrument während Ihrer Suche nach der Berufung. Eine weitere handfeste Möglichkeit, um recht einfach zu überprüfen, ob ein beruflicher Weg zu Ihrem Schicksal zählt oder nicht lautet: Wenn Sie zu viel kämpfen müssen, ist es meist der falsche Weg. Es gibt noch eine dritte Variante, ob Sie bereits in der ERWACHENDEN PHASE angekommen sind: Haben Sie noch Alpträume, ist alles, womit Sie tagsüber in Kontakt kommen, noch nicht Ihre Berufung. Die ERLÖSENDE PHASE stellt einen Prozess dar, der eher unbemerkt, sozusagen im Hintergrund, abläuft, während Sie noch mit den Themen des LOSLASSENS und ERWACHENS beschäftigt sein werden. Sie haben Ihren Platz in der Berufswelt gefunden und die quälende Suche ist vorbei. Sie wissen, dass das, was Sie tun, das Richtige ist und zu Ihrem Leben gehört. Irgendwann wird aber ein ganz bestimmter Moment auf Sie zukommen, der Sie das erste Mal etwas erleben lässt, was Sie bisher noch nicht kannten. Dabei wird Ihr Herz die Hauptrolle spielen. Wenn Sie diesen Moment der Lebenslust und Freiheit das erste Mal spüren, WISSEN Sie, dass das die ERLÖSUNG ist. Ihr NI wird nun endlich zu einem erlösten inneren Kind. Dann wird Ihnen EINLEUCHTEN, dass Sie mit Ihrem ERDUNGsprozess nichts anderes bewirkt haben, als die Verbindung zwischen Verstand und Gefühl herzustellen. Ihre Gedanken und Gefühle sind jetzt eins – vereint mit Ihrem Herzen. In diesem dramatischen Moment der Erlösung erreichen Sie tatsächlich das Endstadium Ihrer ERLEUCHTUNG. Dieses unbeschreibliche Gefühl, tiefe Lust am Leben und unendliche Freiheit zu empfinden, lässt Sie alle Zukunftspläne vergessen. Sie haben eine neue, HÖHERE Schwingung der Liebe entdeckt, die zwischen Menschen niemals möglich ist. Sie lieben nun das Leben und spüren, dass das Leben auch Sie liebt. Sie haben die Zauberkraft Ihrer Hochsensibilität entdeckt.

 

Das Buch ist logisch aufgebaut,  sehr gut strukturiert, leicht lesbar, gut verständlich und ein wunderbarer, spannender Reisebegleiter mit Tiefgang. Es liefert viele Aha-Erlebnisse, eröffnet neue Perspektiven und ist jedem zu empfehlen, der mehr Leichtigkeit, Freude, Sinn und Erfüllung in sein Leben bringen möchte. Es dient auch einem besseren Verständnis für Personalverantwortliche, die das Potenzial von Menschen zur Entfaltung bringen möchten.

 

 

Praktischer Nutzwert
Lesbarkeit/Schreibstil
Verständlichkeit

Gliederung/Übersichtlichkeit
Meine persönliche Empfehlung für Personalverantwortliche

 


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