Fluch oder Segen?


 

Jeder Sinneseindruck kann stärker, detaillierter und intensiver wahrgenommen werden. So können HSP Dinge registrieren, die anderen Menschen entgehen. Dünnhäutige Menschen verfügen zwar über ein reiches inneres Potenzial, tun sich allerdings schwerer, dieses voll in ihr Leben zu integrieren, weil sie ständig damit beschäftigt sind, sich vor Reizen zu schützen oder anzupassen. Das führt oft dazu, dass sich der HSP zurückzieht, emotional instabil wird, sich überfordert fühlt oder unter starken Stress-Symptomen leidet. Manche HSP haben eine große Affinität zur Spiritualität.

 

Hochsensibilität und Hochsensitivität ist keine Krankheit. Sie ist eine Gabe, wenn es gelingt, diese besondere Wahrnehmungsfähigkeit gesund und förderlich ins eigene Leben zu integrieren und die Umwelt daran teilhaben zulassen.

 

Eine differenzierte Wahrnehmung ist eine positive Kraft und kann erst durch Überstimulation zum Leiden werden. Ob Sie darunter leiden oder nicht, ist Ihre Empfindung und deine Entscheidung. Es kann sein, dass eine chronische Überstimulation mit der Zeit zu deinem „normalen Lebensgefühl“ geworden ist. Denn wenn wir oft überstimuliert sind und uns dies nicht bewusst ist, so wird es zur Gewohnheit und wir kommen nicht auf die Idee, etwas zu ändern, obwohl wir darunter leiden. Es kann aber auch sein, dass wir auf das Gefühl der Überstimulation süchtig werden und das Gefühl des „nonstops“, des Gebrauchtwerdens, der dauernden Action, usw. So können wir uns angewöhnt haben, über unsere Hochsensibilität hinwegzugehen, nicht klar hinzuschauen und die Dinge laufen zu lassen. Und wir brauchen daher vielleicht einmal zuerst viel Zeit zur Selbstreflexion.

 

Erst wenn Sie eine klare Entscheidung getroffen haben, Selbstverantwortung zu übernehmen, für Ihre Bedürfnisbefriedigung selbst zu sorgen und diesem Zustand ein Ende zu setzen, kann sich auch etwas verändern. Sie können dann zum Beispiel lernen, Ihre To-Do-Liste nicht mehr zu überladen, sich aus einer stresserzeugenden Situation zurückzuziehen oder sie zu ändern, usw.  

 

Hochsensibilität und Hochsensitivität als Gabe

 

Die hohe Sensibilität  und Sensitivität ermöglicht ein tiefgehendes Erleben von Natur und Musik. Feinste Schwingungen werden erspürt, die sich in einer künstlerischen und visionären Begabung zeigt.

Sie können sich berühren lassen von den Gefühlen und Stimmungen anderer Menschen, sind sehr einfühlsam und haben ein gutes Gespür für subtile Botschaften. So können HSP spüren, wie es jemanden geht, oft bevor sich diese Person selbst darüber bewusst ist. Hochsensible reflektieren insgesamt mehr und sind in der Lage, feine Unterscheidungen zu treffen. Sie nehmen stärker wahr, was unter der Oberfläche abläuft, sind meistens intuitiv veranlagt.

Hochsensibilität und Hochsensitivität entwickelt sich häufig erst zum Potenzial, wenn sie erkannt, akzeptiert und integriert wird. Je mehr HSP über sich selbst und ihre Gabe wissen, desto mehr können sie sich selbst unterstützen auf dem Weg zu mehr Selbstverständnis und Selbstwert als hochsensibler und hochsensitiver Mensch. Dies bedingt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst und keine fortgesetzte Kampfansage an die eigene seelische Eigenart.

 

 

 


Denn oft versuchen HSP, ihre Sensibilität und Sensitivität zu überwinden, zu unterdrücken und versuchen so zu sein wie Normalsensible oder sie reagieren mit übergroßer Besorgtheit und Schonung. Beides ist nicht zielführend und gelingt auch nicht dauerhaft, sondern führt lediglich zu neuer Überreizung. So können Hochsensible und Hochsensitive ihre Lebendigkeit verlieren und zum ängstlichen Hypochonder werden. 

Wenn HSP ihre besondere Gabe nicht anerkennen, wert schätzen und integrieren so können bei Reizüberflutung auch andere Eigenschaften, die man ihnen vielleicht nicht zutraut, zum Vorschein kommen. So können sie z.B. aggressiv, wütend, distanziert, arrogant, anklagend und keineswegs einfühlsam und respektlos reagieren.

 


Hochsensible und Hochsensitive

brauchen mehr Rückzug

 

Der Schweizer Psychoanalytiker, Arzt und Mystiker Carl Gustav Jung (1875-1961) hielt sehr viel von den "sensitiven Introvertierten". Er selbst stammte aus einer Familie von selbstbewussten Hochempfindlichen. So definierte er den introvertierten Menschen als "am Subjekt interessiert" zum Unterschied von extrovertierten als "am Objekt interessiert". C.G. Jung kam zu dem Schluss, dass introvertierte Menschen am liebsten in einem selbst-kontrollierten Umfeld lebten, in dem sie das Maß an sensorischem Input selbst regulieren können. Für Jung lag es auf der Hand, dass sich diese Menschen durch mehr Rückzug und der Dosierung von Stimuli besser schützen müssten. Für ihn waren sensible Menschen die "Erzieher und Förderer von Kultur, deren Leben die andere Möglichkeit lehrt, die des inneren Lebens, das in unserer Zivilisation so schmerzlich fehlt. 

 

Das Drei-Säulen-Konzept von Margrit Schreier


Die Wissenschaftlerin und Heilpraktikerin Frau Prof. Dr. Margrit Schreier hat die Hochsensitivität wissenschaftlich erforscht.

Eine Behandlung kann für eine HSP sinnvoll sein, wenn er oder sie kaum noch in sich zur Ruhe kommt, sich häufig überwältigt, überaktiviert und unter Stress fühlt, auch wenn noch keine Erkrankung vorliegt. Wenn Krankheitssymptome hinzukommen, wie etwa länger andauernde Schlaflosigkeit, dauernde Müdigkeit und Erschöpfung, hoher Blutdruck, Asthma - oder beliebige andere Erkrankungen - dann sollte auf jeden Fall eine unterstützende Behandlung begonnen werden.

In Ihrer Heilpraxis hat sie ein interessantes Drei-Säulen-Behandlungskonzept entwickelt: 

1. Erlernen von Techniken zur kurzfristigen Stressreduktion
2. Erlernen von Achtsamkeitsübungen zur mittelfristigen Stressbewältigung
3. Eine homöopathische Konstitutionsbehandlung, um langfristig stärker in sich selbst zu ruhen und den Anforderungen aus der Umgebung anders zu begegnen.

Es geht also bei der unterstützenden Behandlung bei Hochsensitivität nicht darum, die Hochsensitivität zum Verschwinden zu bringen. Das würde ja der Persönlichkeit des einzelnen Menschen gar nicht gerecht - und auch nicht der Hochsensibilität, die eine intensive Wahrnehmung von der Welt ermöglicht!

Mehr darüber finden Sie hier: www.heilpraxis-schreier.de 


Achtsamkeit ist der Weg

Der Weg der HSP der Weg der Achtsamkeit, ein waches Empfinden für ihren Gesamtzustand und ihre Grundhaltung, bis sie das innere Gleichgewicht bei allem Tun und Lassen leben können. Die Herausforderung für alle Hochsensible ist es, dafür zu sorgen, dass die Umgebung zu den eigenen Bedürfnissen passt.

 

Meine Coaching-Tipps

 

Wenn es Ihnen um ein besseres Selbstbild geht, so lernen Sie Selbstakzeptanz und Selbstliebe:

Ich bin okay, so wie ich bin!
Es ist eine Gabe, empfindsam zu sein!

 

Wenn es Ihnen um den Umgang mit Reizen geht, lernen Sie, sich abzugrenzen:

Ich lasse nicht alles an mich heran!
Es ist gut, sich zu schützen!
Ich unterscheide zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen!
Ich reagiere nicht auf alle Reize!


 

Wenn es Ihnen darum geht, die Stärken und Schwächen der Wahrnehmung zu erkennen, so fragen Sie sich:

Was nehme ich besonders fein wahr?
Welche Sinne sind besonders geschärft?
Was stresst mich?
Wodurch fühle ich mich überreizt?

 

 

Wenn Sie sich entwickeln möchten, dann formulieren Sie ein Ziel:


Was möchte ich erreichen oder verbessern oder entwickeln?

 


Wenn Sie mehr zum Thema "Persönlichkeits- und Bewusstseinscoaching" lesen möchten, so freue ich mich, wenn Sie meine zweite Seite besuchen: